Yanagisawa Altsaxophon Testsession

Beitragsvorschaubild_Yanagisawatest

Im September/Oktober gab es die Möglichkeit bei Ingolf Mattern in Hamburg einige Altsaxophone von Yanagisawa anzuspielen. Dieses habe ich gerne in Anspruch genommen um einen Testbericht mit einigen Audioaufnahmen zu verfassen. Da es für mich das erste Mal war, habe ich mein Aufnahmegerät leider nicht optimal eingestellt und auch positioniert. Dieses habe ich leider erst zu Hause gemerkt.

Vorgehensweise:

  • Ich habe bei allen Saxophonen das gleiche Mundstück verwendet: Yamaha 4c, 2er Rico Royal Blättchen.
  • Habe die 900er-Reihe bei jedem Testvorgang in eine Gruppe gepackt und die W-Reihe auch als eigene Gruppe angespielt.
  • Als erstes eine Blindvertonung, d.h. ich habe wahllos die Saxophone in die Hand genommen und völlig unvoreingenommen Melodien gespielt bzw. einfach mal über das komplette Register gespielt um einen ersten Eindruck zu bekommen.
  • Danach nicht ganz überraschend zur Kenntnis nehmen der unterschiedlichen Saxophontypen nach erstem Anspieltest.
  • Wieder Gruppenweises anspielen der Instrumente in Hinblick auf Ergonomie der Finger.
  • Gruppenweises anspielen der Instrumente in Hinblick auf Intonation, Messung durch Stimmgerät im Tascam Aufnahmegerät, => wieviel muss ich mit meinem Ansatz arbeiten um auf die richtige Tonhöhe zu kommen c3 – c4 – c5 (Oktavsprünge).
  • Direkter Vergleich mit den einzelnen Instrumenten indem ich immer wieder die gleiche Tonfolge spiele und schnell das Mundstück wechsel.
  • Aufnahmen zwei verschiedener Licks, einmal über zwei Oktaven, die zweite Variante: Wechsel zwischen unterer und oberer Oktave jeweils das gleiche Lick mehrmals hintereinander.

Ergebnisse:

  • Blindvertonung: Meine persönlicher Favorit fiel eindeutig auf das 9930er, das ist ein rundum ausgewogenes Instrument, vor allem die Klangqualität beim Übergang in die obere Oktave fällt sehr stetig aus. D.h. bei den meisten anderen Instrumenten hat man meiner Erfahrung nach einen deutlich hörbaren anderen Klang wenn man von der unteren Oktave in die obere Oktave “hineinspielt”.
  • Ergonomie: Alle Yanagisawas lassen sich sehr gut greifen, da gibt es kaum spürbare Unterschiede. Habe ehrlich gesagt auch nichts anderes erwartet. Ich persönlich würde noch einige Federn leichtgängiger einstellen (vor allem die Seitenklappen Bb-/C-Triller/hoch E).
  • Intonation: Alles Yanagisawas intonieren sehr gut, auch hier habe ich nichts anderes erwartet.
  • Vergleich der 900er-Gruppe:

- 991: Klingt insgesamt relativ weich, der Zusammenklang der unteren und oberen Oktave ist relativ harmonisch

- 992: Klingt im vergleich zu den anderen beiden blechern/schärfer, vor allem in der oberen Oktave.

- 9930: Klingt sehr kompakt, weicher ausgewogener Klang, besonders das Zusammenspiel der oberen und unteren Oktave ist in sich sehr stimmig.

  • Vergleich der W-Gruppe:

- W01/W02/W10/W20: Je höher die die Kennzahl desto offener ist der Klang.

- W01 und W10: Hier finde ich wieder den Klang beim Wechseln in die obere Oktave relativ unterschiedlich.

- W02 und W20: Bei beiden ist der Klang beim Wechsel in die obere Oktave relativ harmonisch.

Fazit:

Die Yanagisawa Saxophone bewegen sich alle wie gewohnt auf einem sehr hohen Niveau. Ich habe bei diesem Test vor allem versucht Klangunterschiede herauszuhören. Diese gibt es auf jeden Fall, lassen sich aber teilweise erst nach sehr häufigem Wechsel der Saxophone im direkten Vergleich erfühlen bzw. erhören. Es ist immer die Frage was erwarte ich eigentlich für einen Sound wenn ich mir ein neues Saxophon zulegen möchte. Und vor allem was möchte ich damit anstellen bzw. erreichen.
Ich habe für diesen Test etwa zwei Stunden gebraucht und mein ursprünglicher Plan war auch Tenorsaxophone zu testen. Dieses habe ich dann bleiben lassen da mein Gehör dann doch ziemlich gesättigt und auch die Konzentration quasi nicht mehr vorhanden war. => Ich werde nicht mehr so viele verschiedene Modelle auf einmal anspielen.
Für weitere Tests in der Zukunft werde ich vor allem die Aufnahmen direkt vor Ort kontrollieren und auch besser organisieren, d.h. die Microphone standardisiert ausrichten.
Über Hinweise, Anregungen und Kritik freue ich mich.

Zu den Aufnamen:

Aufnahmegerät: Tascam DR-07MK II

Yanagisawa991_1 – 9930_1: Tascam auf Notenständer, leichte Vibrationen des Ständers zu hören

Restliche Aufnahmen: Micros in die falsche Richtung ausgerichtet, die Aufnahmen sind recht dumpf, aber die Unterschiede sind zu hören (am besten über Kopfhörer). Wieder leichte Vibrationen vom Notenständer zu hören.

 

 

Hier kommen noch Photos von den Saxophonen rein!

4 thoughts on “Yanagisawa Altsaxophon Testsession

  1. Hallo Daniel,
    Muss sagen dass ich mir DEUTLICH mehr versprochen habe.
    Sieben Hörner auf noch nicht einmal zwei Seiten zu beschreiben ist kein Test, das ist Zeitverschwendung. Eigentlich sind es sogar nur 9 Zeilen an “Erkenntnissen”. Es ist noch nicht mal jedes Horn einzel beschrieben. Und wo ist das 901 und 902? Wenn WO1 und WO2 dabei sind sollten diese doch wohl nicht fehlen, oder?
    Es interessieren auch wohl kaum Erwartungen. Fakten wären hilfreicher gewesen, z. B. Wieviel Cent Abweichung bei der Intonation, nach oben, nach unten. Klangvolumen, Klangwärme, direkter Vergeich 901 zu WO1, 991 zu W10, etc.
    Habe im übrigen den selben Test mit allen Hörnern gemacht weil ich zu meinem T9930 noch ein Alt haben wollte. Dauerte 4 Stunden. Es wurde dann ein W10 mit Silber-S-Bogen.
    Saxophonischen Gruß,
    Frank

    • Hallo Frank,
      Danke für deinen Input, wie schon beschrieben war das mein erstes Mal und ich möchte das gerne weiterentwickeln.
      Du hast Recht, es sind relativ wenig Erkenntnisse die ich zu Papier gebracht habe. Ich fand es auch schwierig das entsprechend am Testtag zu notieren – inzwischen ist über eine Woche vergangen, viel passiert und wohl auch viel vergessen. Auch war ich mir noch nicht so ganz klar darüber was ich dann tatsächlich alles messen werde.
      Abweichung bei Intonation ist auf jeden Fall eine gute Anregung, vielleicht mit einem etwas härterem Blättchen gemessen, dann kann man vielleicht tatsächlich die Intonation genauer bestimmen. Habe bis jetzt als Toleranz ca. 10% bis zum nächsten Halbton aktzeptiert, aber so etwas nicht festgehalten.
      Sind noch viele Dinge, werde ich auf jeden Fall beherzigen.
      Leider war im Laden grad kein 901er/902er sonst hätte ich die auch mit dazugenommen.
      Und jetzt wo du´s sagst, natürlich macht es auch Sinn direkte Vergleiche zwischen 901/W01 und 991/W10 zu machen.
      Das nächste Mal werde ich auf jeden Fall besser vorbereitet sein.
      Vielen Dank trotzdem und sehe es mal als Test-Testbericht… ^^
      Schöne Grüsse,
      Daniel

  2. Ich habe mich heute zum ersten Mal mit dem Kauf eines Saxophons beschäftigt, und muss sagen, dass die Antwort von dem Leser sehr hart ist. Mir gefällt die Seite sehr gut. Gerade das Vorführen/Vorspielen ist für Anfänger etwas Tolles. Denn ein Anfänger kann ja gar Nichts. Und so kann man einen adäquaten ersten EIndruck von den Modellen erlangen. Leider habe ich nicht ganz die Zuordnung der Modelle verstanden, und auch nicht bei welchen Modellen es sich um ein Tenorsaxophon handelt. Dennoch ist diese Seite ein ganz toller Ansatz. Mach weiter. Du wirst damit auf jeden Fall Erfolg haben. Daumen 10 Mal hoch für diese Seite, in der auch schon Einiges an Arbeit steckt. Grüße von Jonas

    • Hallo Jonas, hab deinen Kommentar jetzt erst entdeckt…
      Danke für deine positive Kritik, wenn sich wieder so etwas ergeben könnte werde ich auf jeden Fall versuchen noch intensiver in die Details zu gehen, vielleicht auch um Anfänger ein wenig besser hinführen zu koönnen wie man ein Instrument bewerten soll. Da bin ich aber sowieso der Meinung, wenn du ein Anfänger bist, dann lass dich am besten von einem Lehrer oder sehr erfahrenem Saxophonisten beraten. Ich habe schon so einige Dinge (meistens sehr positiv) von Sax-Läden miterlebt und das kann ich also nur empfehlen.
      Um deine Frage nach den Tenorsaxophonen zu beantworten, ich gebe dir recht, im Artikel wird das nicht ganz klar und ich werde das ändern. Im Titel allerdings habe ich tatsächlich selber noch zufällig gelesen: ” Yanagisawa Altsaxophon Testsession” ;-)
      Schöne Grüße,
      Daniel

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